Zäziwiler Segelflugwettbewerb
Eine zeitlose Geschichte über die tollkühnsten, mutigsten, besten Modellpiloten der MG-Bern
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| Ruhm & Ehre Es begaben sich, zu einer Zeit, in welcher der rechtschaffene Bürger friedlich zu Hause schläft, acht verwegene und tollkühne Modellflugpiloten der MG Bern an einen Ort, der weitherum als der berüchtigte "Zäziwiler Hoger" bekannt ist. Ihr Ziel war es, während eines ganzen Tages sage und schreibe dreimal drei Minuten ihre Modellflugzeuge in der Luft zu halten und anschliessend strichgenau zu landen. Von ihrem wagemutigen Unternehmen erhofften sie sich Ruhm und Ehren, denn es ist landesweit bekannt: Wer den "Zäziwiler" gewinnt, gilt als Chefpilot. Es fuhr unseren Helden kalt den Rücken herunter, als sie merkten, dass auch 78 weitere unerschrockene Modellpiloten mit dem gleichen Vorhaben auf dem Gelände erschienen. Sie holten den Rat eines weisen Mannes ein, der bereits seit mehr als 30 Jahren unverdrossen an diesem als schier unmöglich geltenden Ziel arbeitet. Er sprach ihnen Mut zu und sagte ihnen, dass sie durch ihr Können und ihre ausgezeichneten Fluggeräte durchaus in der Lage währen mindestens einmal innerhalb des Landefeldes zu landen. Mit erhobenem Zeigefinger warnte der weise Mann aber auch vor den vielen heimtückischen Gefahren, die an diesem Ort auf ihre Opfer warten würden. Er sprach von hinterhältigen Bäumen, gemeinen Fallwinden und auch von sinnesraubenden Getränken. Die verwegenen Abenteurer lachten nur und machten sich auf, ein erstes Mal den steilen Aufstieg dieses sagenumwobenen Berges in Angriff zu nehmen. Als sie nach längerem Fussmarsch wieder an den Landeplatz zurückkehrten, waren einige von ihnen bereits durstig, und es kam, wie es kommen musste. Eine liebliche Stimme rief: "Trinkt Bier, trinkt Bier, am besten gleich vier. Die Winde werden euch hold, die Landung zum Erfolg. Nur wenige unserer Helden konnten diesem erfolgversprechenden Angebot widerstehen, und ehe der erste Durchgang richtig begonnen hatte, waren die ersten Hülsen schon abgespitzt. Für jeden der Gnadenlosen kam die Stunde der Wahrheit, als sein Flüggerät hoch oben am Berg den Weiten des Himmels Übergeben wurde. Doch dann geschah das, was niemand für möglich gehalten hatte. Ihre Modelle wurden von gemeinen Fallwinden heimgesucht, sie Überschlugen sich bei der Landung, und ein besonders Geschickter flog sich sogar selber in die Beine. Wie konnte das passieren, fragten sie sich. Wurden sie etwa hinterhältig von der lieblichen Stimme betrogen? Noch während sie nach Gründen für ihre nicht gerade als chefmässig zu bezeichnenden Flüge suchten, hörten sie wieder die liebliche Stimme, die sprach: "Trinkt Bier, trinkt Bier, am besten gleich vier. Ihr müsst nur noch zweimal fliegen und ihr werdet den Pokal kriegen". Da die Hemmungslosen nun auch nichts mehr zu verlieren hatten, und die liebliche Stimme wirklich lieblich klang, folgten sie ihrem Rat und machten sich dann wiederum auf den Weg, den hohen Berg zu erklimmen. So nahm der Tag seinen Lauf und die gnadenlose Abrechnung, nämlich die Rangverkündigung, stand bevor. Ein jeder von ihnen wurde genannt, meistens jedoch etwas spät. Doch alle nahmen mit Stolz erfüllt und einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen das Weissweinglas und die Tube UHU-Hart entgegen. Spät in der Nach, in einer dunklen abgelegenen Spelunke, hörte man unsere Helden von ihren furchtlosen Taten prahlen, und sie schworen sich, auch nächstes Jahr wieder auszuziehen, um Ruhm und Ehre zu erlangen.
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Autor & Mitglied der acht verwegenen,
tollkühen MG-Bern-Modellflugpiloten:
Christoph Renggli (BE-166)




