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Bericht vom Antikflugtag 2011 der Modellfluggruppe Bern

Was für ein wunderschöner Spätsommertag spannte sich über Mühlethurnen an diesem 3.September
Tiefblauer Himmel, ein feines Lüftchen. Ideales Flugwetter erwartete die Antikfreunde aus nah und fern. Und sie kamen in Scharen, packten ihre liebevoll gebauten Kostbarkeiten behutsam aus und stellten sie in Reih und Glied.

Punkt 10 Uhr konnte Urs Brand unsere Gäste zum Apéro bitten und Informationen über den Tages-
ablauf weitergeben.
Die wundersame Geschichte vom verschollen geglaubten und wiederentdeckten „Borzoni“ weckte
anschliessend viele versteckte Emotionen. In einer schlichten Zeremonie wurde das neu entstandene
Modell enthüllt und der Antik-Flieger-Gemeinde zum hegen und pflegen anvertraut.

Wie freuten wir uns, dass Herr Fritz Frei bei dieser Präsentation persönlich dabei sein durfte. War er es doch, der 1949 den „Original Borzoni“ auf der Berner Allmend mit seinem Vater fliegen liess.
Von diesem Flieger war er so angetan, dass er ihn 62 Jahre lang im Eingang der Backstube seines Café Royals aufgehängt beliess und sich der Modellfluggruppe Bern erinnerte, als es galt, einen würdigen Platz für das zerbrechliche Relikt zu finden ! Wir Antikflieger wissen das zu danken.

Freude und Trauer sind nahe beisammen. In einer Schweigeminute dachten wir an Robert Münger.    
Er hatte sich so sehr gewünscht, auch dieses Jahr wieder dabei zu sein, mit seinem Riedstern.
Das Schicksal hat es anders entschieden.

Nun gings aber schleunigst aufs Flugfeld. Schlag auf Schlag, wird mit der Winde Segler um Segler fein dosiert auf Höhe gebracht, der Windenfahrer ist darauf bedacht, dass ja kein Flügel zusammen-
klappt. Wunderschön, die durchsichtigen Strukturen. Von unten beobachtet von vielen Augenpaaren,
von oben argwöhnisch beäugt vom Milan und Mäusebussard. Unvergessliche Augenblicke !

Gleich 4 der frühesten Schweizer Motormodelle waren in einer Reihe am Pistenrand zu bestaunen:
Dyno / Riedstern / Moskito / Borzoni, neben den Segelmodell-Klassikern Pilot 4 / G-41 /Shell / HMG

Unermüdlich knatterten die kleinen Diesel los und entschwebten mit ihren Kadett / Knilch / Antares,
oder wie sie alle heissen, in ihr Element, dem klaren Himmel.  Der zeitgemässe Elektro-Motor setzt auch bei den „Antiken“ seinen Siegeszug fort. Nicht wenige Leute sind zu uns gestossen, weil sie auch bei ihren anderen, moderneren Modellen vom Verbrenner zum Elektroantrieb gewechselt haben. Ihrer Begeisterung zur Sache tut das keinen Abbruch. Aber natürlich ist und bleibt ein brummender Motor an einem fliegenden Urahnen doch noch ein bisschen authentischer. Bild 4
Langsam kletterte das Thermometer gegen die 30 Grad Marke. Gut, dass wir vorsorglich das Regendach über dem „Restaurant“ aufgespannt hatten.So konnten die zahlreichen Gäste und Zuschauer, vor der prallen Sonne geschützt, das rege Treiben mitverfolgen.
Die fleissigen Helfer an der Theke hatten alle Hände voll zu tun mit den durstigen Kehlen und knurrenden Mägen. Und auch die Leute an den Laptop`s gaben sich keine Blösse.


Um 15 Uhr durften wir allen Teilnehmern eine Photo-CD samt dem persönlichen Erinnerungsblatt in die Hand geben. Die einzigartigen Bilder von Urs werden sicher wieder in alle Welt wandern.
Das reich dotierte Plan Archiv von Walter Wolf erfreute sich regen Zuspruchs. Das lässt
doch für die Zukunft einiges erhoffen. Es wird vermehrt wieder selbst gebaut.  Höchst erfreulich !
Diese entspannenden, kreativen Stunden am Baubrett sind doch durch nichts zu ersetzen.


Unermüdlich wurde bis gegen Abend weitergeflogen, ehe sich die Reihen langsam lichteten. Ohne Hektik und nennenswerten Bruch ging ein wunderbarer, zutiefst befriedigender Tag zu Ende.
Es ist mir wichtig, allen Teilnehmern für ihre Anstrengungen zur weiteren Pflege der alten Flugmodelle, herzlich zu danken. Auch allen Helferinnen und Helfern. Ohne ihre tatkräftige Mitarbeit hätten wir alle diesen unvergesslichen Tag nicht erleben dürfen.
Wir freuen uns bereits aufs nächste Jahr und heissen Euch schon jetzt herzlich willkommen !

Peter Renggli